altweibersommer
(schnelle bahngedichte 29)

kurz vor dem haupt
bahnhof haengt mir der himmel
immer voller geigensaiten
sehen aus der ferne aus
wie seidenduenne faeden sch
weben wie im ungefaehren un
gefaehrlich knapp ueber dem zug geh
spinnst du jetzt oder was
spannt sich schraeg laengs quer durch
kreuzt den freien blick nach oben
bleibt im schnell vorbeifahrn punktuell
kurz an der netzhaut k
leben so wie engelshaar ein
eigenleben einge
webt ein grosses ganzes
ein elektrisieren
deswegen sinnierst du oder
was jetzt sinnst du
schon auf flucht vor solch gespenster
haften nur ganz fluechtig drauf
n dran gell mitzuziehen
nicht voraus wo sie voraus
sichtlich schnell enden sondern
schlicht wenden
um mit einem sonder
zug zurueck in die ge
fahren richtung sonnenuntergang
dort spielt der spaete sommer
weiter auf fuer alle die da zug
e hoeren und bezeugen
das singst du jetzt oder
sinds die oberleitungsdraehte